Augen
Update
Vor Ort
Online

Datum
Freitag, 18. September 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Teilnehmende bewerten Einsatzgebiete und Limitationen KI-gestützter Diagnostik.
Teilnehmende erläutern Voraussetzungen für die Implementierung klinischer KI-Systeme.
Teilnehmende beurteilen Evidenz, Validität und Risiken ophthalmologischer KI-Anwendungen.
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Dr. med. Gabor Mark Somfai,
Leitender Arzt, Head of Research, Augenklinik Stadtspital Zürich
Datenschutz bleibt zentrale Implementierungsvoraussetzung
Beim Einsatz von KI in der Ophthalmologie gelten Patientendaten als besonders schützenswert. Cloudlösungen mit US-Bezug sind problematisch, Aufklärung und Einwilligung sind erforderlich, und Patientendaten dürfen nicht für Trainingszwecke oder Uploads in öffentliche KI-Dienste verwendet werden.
KI unterstützt Bildanalyse und Dokumentation
KI wird bereits für OCT- und Fundusbildanalyse, Screening der diabetischen Retinopathie sowie Ambient-AI-gestützte Dokumentation eingesetzt. Ziel ist eine effizientere Befundung und Entlastung im klinischen Alltag, insbesondere bei hohem Dokumentationsaufwand und begrenzter Konsultationszeit.
Validierung und Grenzen bleiben entscheidend
Vor dem klinischen Einsatz sind Validierung, regulatorische Compliance, Interoperabilität und Sicherheitsprüfung notwendig. Der Vortrag zeigt Segmentierungsfehler, begrenzte Reproduzierbarkeit einzelner Messwerte sowie Risiken des «Deskilling» und «Never skilling» bei unkritischer Nutzung von KI-Tools.
In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «KI in der Ophthalmologie: von Träumen zur Realität» stellt Dr. med. Gabor Mark Somfai die Grundlagen, Anwendungsfelder und Limitationen künstlicher Intelligenz in der Augenheilkunde dar. Er erläutert die Begriffe künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Deep Learning und verortet den aktuellen Entwicklungsschub insbesondere seit der Einführung von ChatGPT. Als praxisnahe Einsatzgebiete beschreibt er die KI-gestützte Bildanalyse retinaler OCT-Daten, die automatisierte Erkennung der diabetischen Retinopathie sowie Ambient-AI-Lösungen zur klinischen Dokumentation und Briefgenerierung. Zugleich betont Dr. med. Gabor Mark Somfai, dass der klinische Nutzen nur bei ausreichender Validierung, Reproduzierbarkeit, Interoperabilität und regulatorischer Konformität gegeben ist, da in der praktischen Anwendung unter anderem Segmentierungsfehler und methodische Grenzen auftreten. Ein Schwerpunkt des Vortrags liegt auf Datenschutz, Patienteneinwilligung und rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz, insbesondere im Hinblick auf das Datenschutzgesetz, die Medizinalproduktregulierung und die Problematik von Cloud-Lösungen mit Bezug zum US Cloud Act. Weiter weist er auf Risiken wie Deskilling, fehlende Curricula für den KI-Einsatz und die Gefahr eines unkritischen Vertrauens in algorithmische Ausgaben hin. Insgesamt vertritt er eine vorsichtig optimistische Haltung und argumentiert, dass KI zur Entlastung von Gesundheitsfachpersonen und zur Rückgewinnung patientennaher Zeit beitragen kann, sofern der Einsatz verantwortungsvoll, evidenzbasiert und unter Wahrung der Menschenwürde erfolgt.
Ich bin Augenarzt und Netzhautspezialist, mit einem Neugier zur Bildgebung, als Fenster zum Auge und zum Körper.