Augen
Update
Vor Ort
Online

Datum
Freitag, 10. Juli 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Die Teilnehmenden beurteilen tomographische Parameter der Hornhaut sicher.
Die Teilnehmenden erkennen typische Befunde bei Ektasien und Irregularitäten.
Die Teilnehmenden integrieren Tomographiedaten in die klinische Entscheidungsfindung.
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
PD Dr. med. Philipp Bänninger,
Chefarzt und Klinikleiter, Augenklinik KSW
PD Dr. med. Philipp B. Bänninger ist Direktor und Chefarzt der Augenklinik am Kantonsspital Winterthur. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Hornhaut-, Katarakt- und refraktiven Chirurgie mit Schwerpunkten in der Keratokonus-Behandlung und Hornhauttransplantation. Als Privatdozent an der Universität Zürich engagiert er sich in Forschung und Lehre zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie in der Ophthalmologie. Zuvor war er Leitender Arzt und Leiter der Refraktiven Chirurgie am Luzerner Kantonsspital. Ergänzend verfügt er über einen Executive MBA der Universität St. Gallen.
Tomographie erfasst Vorder- und Rückfläche
Die korneale Topographie bildet nur die Vorderfläche ab. Die Tomographie liefert eine dreidimensionale Analyse von Vorder- und Rückfläche und ist deshalb für die Hornhautdiagnostik, insbesondere bei Ektasien, die präzisere Begrifflichkeit und Untersuchungsgrundlage.
Strukturierte Auswertung ist entscheidend
Die Befundinterpretation erfolgt systematisch über Messqualität, K-Werte, Astigmatismus, dünnste Hornhautstelle, Elevationskarten, sagittale Krümmung und Pachymetrie. Hinweise auf Ektasie sind inferiore Aufsteilung, inferiore Dezentrierung der dünnsten Stelle sowie auffällige anteriore oder posteriore Elevation.
Progression bleibt eine Integrationsdiagnose
Die Beurteilung der Keratokonus-Progression stützt sich primär auf tomographische Verlaufsdaten, ergänzt durch Alter sowie subjektive und refraktive Befunde. Einzelparameter wie Kmax sind limitiert; Verlaufsvergleiche, D-Value und ABCD-Progressionsdarstellung unterstützen die klinische Entscheidung zum Crosslinking.
In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «Hornhaut-Tomographie in der Praxis» erläutert PD Dr. med. Philipp Bänninger die Bedeutung der kornealen Tomographie für die Diagnostik des Vorderabschnitts, insbesondere bei Ektasien. Er grenzt die Topographie als Abbildung der Hornhautvorderfläche von der Tomographie als dreidimensionaler Analyse von Vorder- und Rückfläche ab und ordnet die verfügbaren Technologien in Placido-basierte Systeme, Scheimpflugtomographie und Vorderabschnitts-OCT ein. Anhand der Pentacam demonstriert er einen strukturierten Befundungsansatz mit Prüfung von Messqualität, Keratometrie, Astigmatismus, Pachymetrie, anteriorer und posteriorer Elevation sowie unterstützenden Indizes wie der Belin-Ambrosio-Analyse und dem D-Value. Im klinischen Schwerpunkt zeigt er, wie diese Parameter zur Erkennung eines Keratokonus und zur Beurteilung einer Progression herangezogen werden, wobei er die Limitation einzelner Messgrössen wie Kmax betont und die Verlaufsbeurteilung stets im Kontext von Alter, Refraktion und klinischer Gesamtsituation interpretiert. An mehreren Fallbeispielen illustriert er die Differenzierung zwischen unauffälligem Astigmatismus, Frühform und manifestem Keratokonus sowie die individuelle Indikationsstellung zum Corneal Crosslinking, insbesondere in Abhängigkeit vom Progressionsrisiko bei jüngeren Patientinnen und Patienten. Zusätzlich bespricht er seltenere korneale Ektasien wie Keratoglobus und Pelluzide marginale Degeneration und zeigt deren charakteristische tomographische Muster. In der Diskussion wird der hohe Stellenwert des epithelialen Mappings mittels Vorderabschnitts-OCT für die vertiefte Keratokonusdiagnostik hervorgehoben, während für die Praxis ein pragmatisches, standardisiertes Vorgehen bei der Interpretation tomographischer Befunde empfohlen wird.