SLT – Wer, wann, wie viele?
Vor Ort
Online

Informationen
Veranstaltung
Datum
Freitag, 19. Juni 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Zugang
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Referent:in
pract. med. Fabian Gielen,
Leitender Arzt, Leiter Glaukomabteilung, Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Ganzes Spektrum der Glaukomchirurgie und moderne Linsen- und Kataraktchirurgie am KSW
SLT zielt auf Trabekelwerk
Die SLT erfolgt am pigmentierten Trabekelwerk. Voraussetzung ist ein ausreichend einsehbarer Kammerwinkel; bei Schaffer 0–1 ist sie nicht möglich. Bei wenig oder starker Pigmentierung erleichtert der «corneal wedge» die korrekte Lokalisation gegenüber Schwalbe- oder Sampaolesi-Linie.
Primärtherapie mit Wiederholung erwägen
Guidelines und die «LiGHT»-Studie stützen die SLT als valide Erstlinienoption beim primären Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertension. Eine erste und zweite SLT sind gut evidenzbasiert; die Drucksenkung ist besonders bei hohen Ausgangsdrücken wirksam und nimmt im Verlauf häufig ab.
Nicht bei jedem Glaukom sinnvoll
Eine SLT eignet sich vor allem bei hohen Ausgangsdrücken, Behandlungsstart, Tropfenunverträglichkeit, Compliance-Problemen oder Patientenwunsch. Weniger sinnvoll ist sie bei fortgeschrittenem Glaukom unter Mehrfachtherapie, nicht sichtbarem Kammerwinkel und sekundären Glaukomen, um filtrierende Eingriffe nicht zu verzögern.
In der Fortbildung «SLT – Wer, wann, wie viele?» von pract. med. Fabian Gielen, organisiert durch die Augenklinik Kantonsspital Winterthur, werden Indikationen, technische Durchführung und Limitationen der selektiven Lasertrabekuloplastik beim Glaukom dargestellt. Der Referent erläutert die korrekte Platzierung des Laserspots am pigmentierten Trabekelwerk und betont die Bedeutung der Gonioskopie, des «corneal wedge» sowie der Beurteilung der Kammerwinkelpigmentierung, insbesondere bei wenig oder stark pigmentierten Winkeln. Anhand zitierter Studien, unter anderem der «LiGHT»-Studie, sowie aktueller Leitlinien der European Glaucoma Society, der Cochrane Library und des AAO Preferred Practice Pattern wird die SLT als wirksame Primär- oder Zusatztherapie beim primären Offenwinkelglaukom und bei okulärer Hypertension eingeordnet. Hervorgehoben wird, dass eine 360°-Behandlung mit 50–75 % «champagne bubbles» einen besseren drucksenkenden Effekt erzielt als frühere klassische Einstellungen und dass die Erst- und Zweitbehandlung mit SLT gut evidenzbasiert sind. Fallbeispiele zeigen, dass die SLT besonders bei hohen Ausgangsdrücken, Therapiewunsch ohne Tropfen, Compliance-Problemen oder Oberflächenproblematik sinnvoll ist, während sie bei fortgeschrittenem Glaukom mit hoher Medikamentenlast, niedrigem Ausgangsdruck, nicht sichtbarem Kammerwinkel oder bestimmten Sekundärglaukomen keine geeignete Option darstellt. Zudem weist pract. med. Fabian Gielen auf mögliche Komplikationen wie Druckspitzen, insbesondere bei PEX oder Pigmentdispersion, sowie auf die Notwendigkeit einer Erfolgskontrolle nach sechs bis acht Wochen und einer langfristigen regulären Glaukomnachsorge hin. In der Diskussion wird ergänzt, dass beidseitige Behandlungen am selben Tag meist möglich sind, auf Pilocarpin präoperativ verzichtet werden kann und postoperativ ein Alpha-Agonist zur Reduktion von Druckspitzen sinnvoll sein kann.
