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Sehen im Alter: Fortschritte in der Kataraktchirurgie und ihr Einfluss auf die Lebensqualität

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Online

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Freitag, 29. Mai 2026

Uhrzeit

07:45 – 08:30 Uhr

Dauer

45 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Lernziele

Die Teilnehmenden können (1) die Auswirkungen kataraktbedingter Sehdefizite auf Frailty, Sturzrisiko und Funktion analysieren, (2) Nutzen und Risiken der Kataraktchirurgie bei multimorbiden älteren Menschen bewerten und (3) operative Entscheidungen an funktionelle Ziele koppeln.

Zugang

Anbieter

Augenklinik Kantonsspital Winterthur

Vor Ort

Brauerstrasse 15

8401 Winterthur

Haus A, 4. Stock

Raum Bergbuck/Eichbüel

Online

Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

PD Dr. med., MPH, EMBA HSG Mathias Schlögl

PD Dr. med., MPH, EMBA HSG Mathias Schlögl,

Chefarzt Geriatrie und Stv. Leiter Departement Innere Medizin, Klinik Barmelweid

Mathias Schlögl ist Geriater und Chefarzt an der Klinik Barmelweid mit Schwerpunkt auf Delirmanagement und Kommunikation im medizinischen Alltag. Seine Forschung konzentriert sich auf Delir, frühe kognitive Veränderungen und innovative Kommunikationsansätze, darunter VR-basierte Empathietrainings und multilingual ausgerichtete Outcome-Messung.

Sehen beeinflusst Sturz und Autonomie

Sehen ist im Alter nicht isoliert zu beurteilen, sondern mit Motorik, Kognition, BADL und IADL verknüpft. Eine Visusverbesserung durch Kataraktchirurgie reduziert aus geriatrischer Sicht das Sturzrisiko und unterstützt Selbstständigkeit, Funktionalität und Autonomie.

Operationsindikation orientiert sich am Alltag

Die Indikation zur Kataraktoperation richtet sich nicht primär nach einem Visus-«Delta», sondern nach alltagsrelevanten Einschränkungen, etwa Autofahren, Treppensteigen, Lesen, Sicherheit und individuell definierter Lebensqualität. Diese Aspekte müssen aktiv erfragt werden.

Frailty, Kognition und Adhärenz mitdenken

Bei älteren Patientinnen und Patienten sind Gebrechlichkeit, Exekutivfunktionsstörungen und praktische Probleme der Tropfenapplikation relevant. Tropfenadhärenz erfordert Verständnis, Sehvermögen und Handfunktion; bei Demenz erhöht eine Vollnarkose das Risiko für Delir und funktionellen Abbau.

In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «Sehen im Alter: Fortschritte in der Kataraktchirurgie und ihr Einfluss auf die Lebensqualität» beleuchtet PD Dr. med., MPH, EMBA HSG Mathias Schlögl die Kataraktchirurgie aus geriatrischer Perspektive. Er betont, dass Sehbeeinträchtigungen im Alter nicht isoliert betrachtet werden dürfen, sondern stets im Zusammenhang mit Motorik, Kognition, Frailty sowie den Basic und Instrumental Activities of Daily Living stehen. Anhand klinischer Beispiele erläutert er, dass funktionelle Einschränkungen, Unsicherheit beim Gehen, Rückzug aus Alltagsaktivitäten und pathologisches Dual-Tasking wichtige Hinweise auf ein erhöhtes Sturzrisiko geben, das durch eingeschränkten Visus zusätzlich verstärkt wird. PD Dr. med., MPH, EMBA HSG Mathias Schlögl hebt hervor, dass eine Verbesserung des Sehens aus geriatrischer Sicht zur Erhaltung von Autonomie, Mobilität und Lebensqualität beitragen kann und verweist auf Assoziationen zwischen Kataraktoperation und reduziertem Demenzrisiko, ohne dabei Kausalität zu behaupten. Für die Indikationsstellung empfiehlt er keinen starren Visus-Grenzwert, sondern eine patientenzentrierte Beurteilung der alltagsrelevanten Einschränkungen und der individuell definierten Lebensqualität. Zudem thematisiert er praktische Herausforderungen wie die Tropfenadhärenz, die Aufklärung über den erwartbaren postoperativen Verlauf sowie die Einbeziehung von Angehörigen, insbesondere bei gebrechlichen älteren Menschen. Im Diskussionsteil wird deutlich, dass bei fortgeschrittener Demenz und notwendiger Allgemeinanästhesie eine Kataraktoperation wegen des hohen Delir- und Komplikationsrisikos besonders kritisch abzuwägen ist.

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