Augen
Update
Vor Ort
Online

Datum
Freitag, 8. Mai 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Kennen der OCT-Diagnostik bei V.a. Drusenpapille
Selbständige Interpretation der Ganglienzellschicht im OCT als nützliches Hilfsmittel in der Praxis
Kennen der Faktoren, welche die diagnostische Wertigkeit des MRI beeinflusst
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Dr. med. Armin Handzic,
Oberarzt, Augenklinik Luzerner Kantonsspital
Armin Handzic ist Neuroophthalmologe und absolvierte ein Fellowship in Toronto, wo er eine umfassende klinische Erfahrung, sowie ein starkes Netzwerk zu führenden ExpertInnen in Nordamerika aufbauen konnte. Seine Leidenschaft gilt zudem der klinischen Forschung, wo er mit über 40 Publikationen sehr aktiv ist. Der Schwerpunkt liegt im Bereich Optikusneuritis und dem kanalikulären Komparment Syndrom. Somit verbindet er internationale Expertise mit aktuellstem Wissensstand. Zudem liegen chirurgische Kompetenzen in der Strabismus Chirurgie vor, was sein ärztliches Profil komplettiert.
OCT bei Drusenpapille gezielt einsetzen
Zur Drusenpapillendiagnostik wird das OCT mit EDI, hoher Auflösung und geschichteten Scans verwendet. Charakteristisch sind optisch leere Zonen mit hyperreflektiver Kappe. Das EDI-OCT zeigt laut zitiertem Vergleich die höchste Sensitivität und Genauigkeit gegenüber anderen Verfahren.
Gangzellschicht verbessert Früherkennung
Die Gangzellschichtanalyse erkennt Optikusneuropathien häufig vor relevanter Visusminderung oder Gesichtsfelddefekten, jedoch nicht in der Akutphase. Wichtig sind absolute Werte, Seitenunterschiede und Mustererkennung, beispielsweise diffuse Atrophie, altitudinale Defekte oder nasale Verdünnung bei chiasmaler Pathologie.
Radiologie verlangt präzise Fragestellung
CT wird bei neuroophthalmologischen Notfällen, MRI Orbita mit Kontrastmittel bei Optikusneuropathien und Kompressionen eingesetzt. Entscheidend sind präzise Fragestellung, geeignete Sequenzen inklusive Orbitasequenz mit Fettsuppression sowie kritische Befundprüfung im klinischen Kontext und interdisziplinäre Rücksprache.
In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «Imaging in der Neuroophthalmologie» erläutert Dr. med. Armin Handzic die Bedeutung der OCT- und radiologischen Bildgebung für die neuroophthalmologische Diagnostik. Im OCT-Teil betont er die standardisierte Drusenpapillendiagnostik mit EDI-OCT und hochauflösenden, geschichteten Scans, da diese Methode im Vergleich zu anderen Verfahren die höchste Sensitivität und Genauigkeit aufweist. Zudem beschreibt er die Analyse der Ganglienzellschicht als wichtigen Marker bei Optikusneuropathien, insbesondere zur frühzeitigen Erkennung kompressiver Läsionen noch vor relevanter Visusminderung, und hebt die Bedeutung der Mustererkennung sowie potenzieller Artefakte hervor. Im radiologischen Schwerpunkt stellt Dr. med. Handzic die Indikationen für CT, CT-Angiographie, CT-Venographie und MRI mit Kontrastmittel dar, etwa bei Horner-Syndrom, Okulomotoriusparese, Verdacht auf Sinusvenenthrombose, Orbitaspitzensyndrom, Optikusneuritis oder chiasmalen Läsionen. Anhand mehrerer Fallbeispiele zeigt er, dass falsch-negative Befunde vorkommen können, insbesondere bei unpräziser Fragestellung oder fehlender neuroradiologischer Beurteilung, weshalb die klinische Korrelation und die eigenständige Bildsichtung essenziell sind. Für die Diagnostik der idiopathischen intrakraniellen Hypertension hebt er die hohe Aussagekraft der bilateralen Sinus-transversus-Stenose im MR-Venogramm hervor und empfiehlt, bei fehlendem Nachweis dieser Konstellation die Diagnose kritisch zu hinterfragen. Zusammenfassend unterstreicht die Fortbildung, dass die Bildgebung in der Neuroophthalmologie nur bei präziser Indikationsstellung, adäquaten Protokollen und enger interdisziplinärer Zusammenarbeit ihren vollen diagnostischen Nutzen entfaltet.