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Pädiatrische Katarakt

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Freitag, 24. April 2026

Uhrzeit

07:45 – 08:30 Uhr

Dauer

45 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Zugang

Anbieter

Augenklinik Kantonsspital Winterthur

Vor Ort

Brauerstrasse 15

8401 Winterthur

Haus A, 4. Stock

Raum Bergbuck/Eichbüel

Online

Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

Dr. med. Darius Hildebrand

Dr. med. Darius Hildebrand,

Leitender Arzt, Augenklinik Kantonsspital St. Gallen HOCH

Frühe Diagnose und richtiges Timing

Bei pädiatrischer Katarakt ist der Zeitfaktor wegen der visuellen Hirnentwicklung entscheidend. Kongenitale Katarakte werden rasch, aber nicht zu früh operiert; unter 4 Wochen, idealerweise auch unter 8 Wochen, wird wegen des erhöhten sekundären Glaukomrisikos nicht empfohlen.

Operation erfordert mehr als Linsenentfernung

Für ein gutes Outcome sind neben der Kataraktextraktion die Kapsulotomie und die vordere Vitrektomie wesentlich. Bei kleinen Kindern reduzieren Optic-Capture-Techniken oder «bag-in-the-lens» die visuelle Achsentrübung zuverlässiger als eine alleinige Implantation in den Kapselsack.

Langzeitrehabilitation ist zentral

Die Operation ist nur ein Teil der Behandlung. Entscheidend sind anschliessende Amblyopietherapie, refraktive Korrektur mit Brille, Kontaktlinse oder Intraokularlinse, engmaschige Verlaufskontrollen sowie die strukturierte Einbindung der Eltern in die langfristige Betreuung.

In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «Pädiatrische Katarakt» erläutert Dr. med. Darius Hildebrand die Entwicklung der pädiatrischen Kataraktchirurgie von historisch schlechten Ergebnissen hin zu heute deutlich verbesserten visuellen Prognosen. Im Zentrum steht die Bedeutung der neurophysiologischen Reifung des visuellen Systems mit dem daraus resultierenden Zeitdruck bei kongenitaler Katarakt, wobei zwischen unilateralen und bilateralen Formen hinsichtlich Dringlichkeit, Latenzperiode und Amblyopierisiko differenziert wird. Dr. med. Hildebrand beschreibt die diagnostische Abklärung anhand von Anamnese, sorgfältiger klinischer Untersuchung, Erfassung okulärer und systemischer Begleitbefunde sowie selektiv eingesetzter genetischer Diagnostik. Für die Operationsindikation nennt er insbesondere Lokalisation, Dichte und Ausdehnung der Linsentrübung sowie den Einfluss auf die Funduseinsicht und die visuelle Entwicklung; bei Entwicklungskatarakten kann zunächst eine konservative Phase mit Refraktionskorrektur, Pupillenerweiterung und Okklusionstherapie erfolgen. Dargestellt werden zentrale operative Prinzipien wie Pupillenerweiterung, Kapsulotomie, vordere Vitrektomie, altersabhängiges Vorgehen an der Hinterkapsel sowie Strategien der visuellen Rehabilitation mit Aphakiekorrektur, primärer oder sekundärer Intraokularlinsenimplantation und insbesondere Optic-Capture-Techniken zur Vermeidung visueller Achsentrübungen. Als wesentliche postoperative Langzeitprobleme hebt der Referent die visuelle Achsentrübung und das sekundäre Glaukom hervor, wobei ein zu früher Eingriff das Glaukomrisiko deutlich erhöht und daher ein ausgewogenes Timing entscheidend ist. Abschliessend thematisiert Dr. med. Hildebrand die Ectopia lentis mit ihren systemischen Assoziationen, genetischen Ursachen und chirurgischen Versorgungsoptionen und betont die Notwendigkeit einer frühen Zuweisung an erfahrene Zentren, einer konsequenten Amblyopiebehandlung sowie einer individualisierten Betreuung der Familien.

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