Augen
Update
Vor Ort
Online

Datum
Freitag, 10. April 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Von wegweisenden Studien zur modernen Supplementierung AREDS, und was "More“ heute wirklich in der AMD-Therapie bedeutet
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Med. pract. Safa Mohanna,
Assistenzarzt, Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Mit einer Ausbildung in Biotechnologie (MSc, ETH Lausanne) und der Weiterbildung in Ophthalmologie arbeite ich an der Schnittstelle von Innovation und klinischer Praxis. Meine Tätigkeit in Luzern und Winterthur prägt einen pragmatischen Zugang zur modernen Versorgung.
AREDS2 wirkt bei intermediärer AMD
AREDS/AREDS2 zeigt bei intermediärer AMD eine messbare Progressionsreduktion von etwa 25 %. Die Indikation besteht, wenn mindestens ein Auge eine intermediäre AMD aufweist, auch bei fortgeschrittener AMD oder Frühstadium am Partnerauge.
AREDS2-Formel bleibt evidenzbasierter Standard
AREDS2 ersetzt Beta-Carotin durch Lutein und Zeaxanthin bei erhaltener Wirksamkeit und verbessertem Sicherheitsprofil. Omega-3 zeigt in AREDS2 keinen zusätzlichen klinischen Nutzen. Sekundäranalysen liefern mechanistische Erkenntnisse, ändern jedoch weder Indikation noch Standardformulierung.
Prävention erfordert klare, mehrschichtige Beratung
Die Prävention umfasst Rauchstopp als wichtigsten modifizierbaren Risikofaktor, mediterrane Ernährung als komplementäre Massnahme und regelmässige augenärztliche Kontrollen. Nahrungsergänzungen ersetzen weder OCT-Monitoring noch indizierte intravitreale Therapien; unrealistische Erwartungen sollen vermieden werden.
In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «AREDS&More in AMD» erläutert Med. pract. Safa Mohanna die evidenzbasierte Prävention der altersabhängigen Makuladegeneration anhand der AREDS- und AREDS2-Studien. Die Präsentation zeigt, dass die AREDS-Formulierung erstmals in einer grossen randomisierten Interventionsstudie eine messbare Reduktion der Progression belegt und dass der Nutzen primär bei intermediärer AMD besteht, nicht jedoch bei fehlender oder früher AMD. Weiter wird dargelegt, dass AREDS2 Beta-Carotin aus Sicherheitsgründen bei Rauchenden und Ex-Rauchenden durch Lutein und Zeaxanthin ersetzt, Omega-3-Fettsäuren keinen zusätzlichen klinischen Nutzen zeigt und niedrigere Zinkdosen eine vergleichbare Wirksamkeit bei verbessertem Sicherheitsprofil ermöglichen. Der Vortrag beschreibt die vermuteten Wirkmechanismen der Supplemente über antioxidativen Schutz, Filterung von Blaulicht, Unterstützung des retinalen Pigmentepithels und Modulation mehrerer Stress- und Entzündungswege, betont aber zugleich, dass es sich um eine therapeutische und nicht um eine gewöhnliche Nahrungsergänzung handelt. Zudem wird auf die praktische Situation in der Schweiz eingegangen: Die exakte AREDS2-Formulierung ist aufgrund regulatorischer Einstufung als Arzneimittel nicht regulär über Apotheken verfügbar, weshalb pragmatisch möglichst AREDS2-nahe Produkte mit Fokus auf Lutein und Zeaxanthin empfohlen werden. Als zentrale nichtmedikamentöse Massnahmen werden Rauchstopp sowie eine mediterrane, fisch- und gemüsereiche Ernährung dargestellt, wobei hervorgehoben wird, dass die zugrunde liegende Evidenz hierfür überwiegend aus Beobachtungsstudien stammt und diese Massnahmen invasive Therapien oder Kontrollen nicht ersetzen. In der Diskussion wird ergänzend auf die Grössenordnung des Effekts, potenzielle Interaktionen und Nebenwirkungen hochdosierter Supplemente sowie auf offene Forschungsfelder wie Makulapigmentbiologie, Entzündungs- und Stoffwechselwege sowie genetische Risikostratifizierung eingegangen.