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Glaskörperblutungen – und jetzt?

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PVD-assoziierte Blutung: Diagnostik und Vorgehen

Bei Glaskörperblutung im Rahmen einer hinteren Glaskörperabhebung besteht hohes Netzhautriss-/Ablösungsrisiko. B‑Scan zur RD-Suche, Risse oft sonografisch unauffällig. PPV bei RD; frühe PPV bei nicht laserbarem Rissverdacht erwägen, sonst engmaschig beobachten. Frühe PPV verbessert den Langzeitvisus retrospektiv nicht. Kopfteil hochlagern.

Diabetische Retinopathie: Evidenzbasiertes Management

Bei PDR bleibt PRP Standard. Ranibizumab und PRP zeigen ähnliche Glaskörperblutungsraten. Frühe PPV verbessert langfristig vor allem bei Typ‑1‑Diabetes den Visus; bei Typ‑2 meist Beobachtung. Wiederholte Anti‑VEGF‑Injektionen reduzieren Vitrektomieraten nicht, können aber überbrücken, bis die Funduseinsicht eine PRP erlaubt.

RVO: Monitoring und Therapiezeitpunkt

Beim ischämischen Zentralvenenverschluss ist eine prophylaktische PRP nicht indiziert. Engmaschige Kontrollen inklusive Vorderabschnitt sind essenziell; bei Neovaskularisationen PRP durchführen. Ähnliches gilt für Venenastverschlüsse. Anti‑VEGF kann temporär Neovaskularisationen senken und bis zur definitiven Laserbehandlung überbrücken.

Die Fortbildung «Glaskörperblutungen – und jetzt?» von Dr. med. Jeanne Gunzinger, organisiert durch die Augenklinik Kantonsspital Winterthur, behandelt die differenzierte Abklärung und Therapieentscheidung zwischen Abwarten, früher Pars-plana-Vitrektomie und gegebenenfalls Anti‑VEGF. Im Vordergrund stehen die funktionelle Einschränkung für Patientinnen und Patienten sowie die diagnostische Unsicherheit über die zugrunde liegende Pathologie; die Lokalisation der Blutung (intravitreal mit Verklumpungen und langsamer Clearance versus retrohyaloidal mit schnellerer Mobilität) beeinflusst Verlauf und Vorgehen, seltene Komplikationen umfassen Hämosiderose, PVR und Geisterzellglaukom. Ätiologisch werden Neovaskularisationen (v. a. PDR, Venenverschlüsse, Sichelzellretinopathie), Risse normaler Gefäße (Netzhautrisse, PVD, Trauma, Terson) und Blutungen aus angrenzenden Strukturen (z. B. nAMD, PEHCR) unterschieden; epidemiologisch zeigt sich ein Shift weg von der DR hin zu PVD-bedingten Blutungen, während Ultraschall essenziell für den RDAusschluss ist, Risse jedoch oft verfehlt. Bei PVD‑assoziierter Blutung ist die PPV bei nachgewiesener RDA sofort indiziert, bei Verdacht auf Riss ohne Einsicht früh zu erwägen, ansonsten sind engmaschige Kontrollen vertretbar; Lagerungsmaßnahmen können die Sicht auf die superioren Quadranten verbessern. In der DR stützt die Evidenz PRP bei High‑risk‑PDR, während ETDRS einen Nutzen früher PRP v. a. bei Typ‑2‑Diabetes/Low‑risk‑PDR zeigt; in Protocol S sind Raten von Glaskörperblutung und PPV unter Anti‑VEGF und PRP ähnlich, trotz Limitationen durch hohe Dropout‑Raten. Zur Vitrektomie bei DR‑bedingter Blutung zeigt die DRVS einen rascheren Visusgewinn und langfristigen Vorteil primär bei Typ‑1‑Diabetes, während neuere retrospektive Daten einen Nutzen früher PPV besonders ohne vorbestehende PVD andeuten; Anti‑VEGF kann als Überbrückung dienen, senkt aber in RCTs die Vitrektomierate nicht zuverlässig. Bei ischämischem Zentral‑ oder Astvenenverschluss liegt der Fokus auf dem anterioren Segment (Iriskationen, Winkelneovaskularisation), prophylaktische PRP wird nicht empfohlen, vielmehr wird bei NV‑Nachweis behandelt; Anti‑VEGF kann vorübergehend regressiv wirken. Ergänzend werden das Blutungsrisiko bei Sichelzellretinopathie, der in der Regel beizubehaltende Einsatz von Antikoagulanzien/Thrombozytenhemmern (Aspirin ohne Mehrblutungsrisiko bei DR), die prognostischen Unterschiede je nach Ursache sowie das Management seltener Komplikationen (inkl. retrohyaloidaler Blutung ohne Evidenz für Laserhyaloidotomie) dargestellt.

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