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Allergische Konjunktivitis – was nun?

Vor Ort

Online

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Freitag, 13. Februar 2026

Uhrzeit

07:45 – 08:30 Uhr

Dauer

45 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Lernziele

Erkennen und Behandlung der allergischen Konjunktivitis

Zugang

Anbieter

Augenklinik Kantonsspital Winterthur

Vor Ort

Brauerstrasse 15

8401 Winterthur

Haus A, 4. Stock

Raum Bergbuck/Eichbüel

Online

Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

Dr. med. Nico Gross

Dr. med. Nico Gross,

Assistenzarzt, Augenklinik Kantonsspital Winterthur

Seit April 2024 arbeite ich in der Augenklinik des Kantonsspitals Winterthur. Dank der Plattform "Augenheilkunde am Puls der Zeit" wurde mir die Möglichkeit gegeben vor einem breiten Publikum Fortbildungen zu halten.

Diagnostik und Differenzialdiagnosen

Juckreiz und bilaterale Beschwerden sprechen für eine allergische Komponente. Papillen erscheinen pflastersteinartig (allergisch), Follikel bläschenartig (infektiös). Wichtige Differenzialdiagnosen sind virale (Adenovirus), Chlamydien‑Konjunktivitis, trockenes Auge und herpetische Keratitis, bei der Steroide kontraindiziert sind. Harmlos: saisonal/perennial; potenziell sehgefährdend: Keratokonjunktivitis vernalis/atopische Keratokonjunktivitis.

Gefährdung und Komplikationen

Keratokonjunktivitis vernalis und atopische Keratokonjunktivitis kombinieren Typ‑I‑ und Typ‑IV‑Mechanismen, führen zu chronischer Entzündung, Papillen, eosinophilen «Tantas Dots» und Hornhautbeteiligung bis Erosion, Vernarbung und permanenter Sehverschlechterung. Intensives Augenreiben begünstigt einen Keratokonus. Ziel ist konsequenter Hornhautschutz und Kontrolle der Inflammation.

Stufenweise Therapie und Prophylaxe

Therapie erfolgt stufenweise: topische Antihistaminika wirken rasch bei akuter Symptomatik; Mastzellstabilisatoren benötigen 2–3 Wochen und dienen prophylaktisch (vor Pollensaison). Bei unzureichender Kontrolle Kombination; bei schweren/kornealen Befunden kurzer Steroidstoss plus langfristig steroidsparend Zyklosporin. Allergenvermeidung, Kälteumschläge, Allergiediagnostik/Desensibilisierung ergänzen.

In der Fortbildung «Allergische Konjunktivitis – was nun?» der Augenklinik Kantonsspital Winterthur referiert Dr. med. Nico Gross über Epidemiologie, Pathophysiologie, Klinik, Differenzialdiagnosen und Therapie. Er ordnet allergische Reaktionen in die Typen I–IV ein, wobei für das Auge vor allem der Soforttyp (Typ I) und der Spättyp (Typ IV/Kontaktallergie) relevant sind, und betont die Abgrenzung harmloser von potenziell sehgefährdenden Formen. Klinisch dominieren starker Juckreiz, Chemosis, Rötung und Tränenfluss; wichtige Differenzialdiagnosen sind die adenovirale bzw. chlamydiale Konjunktivitis, das trockene Auge sowie die herpetische Keratitis, bei der Steroide problematisch sein können. Die Einteilung umfasst saisonale und ganzjährige allergische Konjunktivitis (meist benign) sowie die Keratokonjunktivitis vernalis und die atopische Keratokonjunktivitis mit möglicher Hornhautbeteiligung, Trantas-Flecken und ausgeprägten Papillen; Papillen (pflastersteinartig) werden von Follikeln (bläschenartig) zur Abgrenzung infektiöser Ursachen unterschieden. Pathophysiologisch spielen bei VKC/AKC eine Kombination aus IgE‑vermittelter und zellulärer Immunreaktion mit Eosinophilen sowie mechanische Irritationen eine Rolle, die korneale Erosionen und Vernarbungen begünstigen. Komplikationen umfassen chronische Keratopathie, die Entwicklung eines Keratokonus durch Augenreiben sowie steroidinduzierte Katarakt und Glaukom. Therapeutisch empfiehlt er Allergenreduktion, Kühlung und Tränenersatz; topische H1‑Antihistaminika dienen der raschen Symptomkontrolle, Mastzellstabilisatoren der Prophylaxe, bei unzureichender Kontrolle Kombinationen bzw. kurzzeitige Steroide, ergänzt durch steroidsparende Immunmodulatoren wie topisches Cyclosporin. In der Diskussion wird die zeitgerechte Anwendung (Antihistaminika akut, Mastzellstabilisatoren präsaisonal) und die teils herausfordernde Kostengutsprache für Cyclosporin thematisiert, die durch begründete Wiedererwägungsschreiben verbessert werden kann.

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