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PAMM, RIPL & co: Was uns die OCT über unsere Gefässe verrät

Vor Ort

Online

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Freitag, 16. Januar 2026

Uhrzeit

07:45 – 08:30 Uhr

Dauer

45 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Lernziele

Erkennen von akuten und chronischen Ischämie Markern im OCT. Demonstration anhand von Beispielen. Indikationsstellung für weiterführende ophthalmologische sowie systemische Abklärungen.

Zugang

Anbieter

Augenklinik Kantonsspital Winterthur

Vor Ort

Brauerstrasse 15

8401 Winterthur

Haus A, 4. Stock

Raum Bergbuck/Eichbüel

Online

Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

Dr. med. Dominic Fuchs

Dr. med. Dominic Fuchs,

Assistenzarzt, Augenklinik KSW

Medizinstudium an der Universität Zürich, Fremdjahre in Innerer Medizin, Chirurgie und HNO. Im späteren Verlauf wissenschaftlicher Assistent am Inselspital sowie Unispital Zürich mit Schwerpunkt Uveitis. Ophthalmologische Ausbildung am Luzerner Kantonsspital, USZ und KSW. Aktuell Schwerpunktinteresse Glaukom und Retina

Frühe OCT-Ischämie-Biomarker erkennen

PAMM (INL-Infarkt), ASH (Hyperreflektivität der Henle-Faserschicht mit äusserer Netzhautbeteiligung) und «prominent middle limiting membrane» sind frühe Ischämiezeichen. PAMM zeigt oft Snowflake/Fern-Leaf-Muster; ASH resultiert über Müllerzellen-Dysfunktion. Fundoskopie ist häufig unauffällig – OCT ist entscheidend.

Biomarker sind kein Diagnoseersatz

Bei PAMM/ASH Ursachen aktiv suchen: kardiovaskuläre Risikofaktoren, Gefässverschlüsse, Hyperkoagulabilität, Vaskulitiden, Infektionen, Trauma/laserassoziierte Schäden, vasokonstriktive Substanzen. Work-up risikoadaptiert (ggf. notfallmässig); Red Flags (Amaurosis fugax, Riesenzellarteriitis) beachten. Primär OCT; FA/ICG und systemische Basisabklärung bei unklarer Ätiologie.

Verlauf, RIPL und Prognose einordnen

Ischämie schreitet von PAMM (Snowflake) zu globulärer PAMM, ASH oder kompletter innerer Ischämie fort; später entstehen RIPL mit INL-Atrophie und sägezahnartiger ONL-Konfiguration. Isolierte PAMM/ASH haben oft gute Visusprognose; RIPL motiviert kardiovaskuläres Basis-Screening.

Die Fortbildung «PAMM, RIPL & co: Was uns die OCT über unsere Gefässe verrät» der Augenklinik Kantonsspital Winterthur, gehalten von Dr. med. Dominic Fuchs, beleuchtet akute und chronische Ischämie-Biomarker der Netzhaut im OCT. Im Zentrum stehen die Schichtanatomie und Perfusion mit der Wasserscheide an OPL/INL, der Einteilung in superfiziellen und tiefen kapillären Plexus sowie die besondere Vulnerabilität der INL. Als frühestes Zeichen der Ischämie zeigt sich der INL-Infarkt mit den OCT-Biomarkern PAM/PAMM (Hyperreflektivität der INL), ASH (anguläre Hyperreflektivität der Henle-Faserschicht mit Störung der äusseren Netzhaut) und dem «prominent middle limiting membrane sign». Der Verlauf reicht von Snowflake/Fernleaf-Mustern über konfluierende bzw. globuläre PAM und vertikale Ausdehnung (inkl. ASH) bis zu RIPL als chronische Folge mit INL-Atrophie, sekundärer ONL-Ausdehnung und sägezahnartigen Veränderungen der äusseren Netzhautschichten. Fundoskopisch sind die Befunde oft dezent, weshalb die OCT die Schlüsseluntersuchung ist; NIR, OCT-A, FAF und FA/ICG dienen selektiv als Ergänzung. Ätiologisch kommen je nach Alter und Kontext kardiovaskuläre Risikofaktoren, Hyperkoagulabilität, Kontrazeptiva, respiratorische Infekte, vasoaktive Nasensprays, Trauma/Laser sowie Autoimmunität/Infektion in Betracht; die Abklärung erfolgt risikoadaptiert von fokussierter Diagnostik bis zum systemischen Work-up (Karotisduplex, Echo, EKG, Blutdruck, Entzündungsmarker, Lipide/Glukose, Blutbild, Autoantikörper). Prognostisch erholen sich isolierte PAM/ASH-Läsionen häufig, während eine komplette innere Ischämie eine schlechte Prognose hat; RIPL gilt zunehmend als «Fenster» chronischer Vaskulopathien und sollte eine kardiovaskuläre Basisabklärung auslösen. Der Vortrag betont Red Flags wie den sofortigen Ausschluss von Schlaganfall und Riesenzellarteriitis sowie die Abgrenzung pathologischer ASH/PAM von artefaktbedingter Henle-Hyperreflektivität.

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