Kind mit neu aufgetretenem Schielen – was tun?
Vor Ort
Online

Informationen
Veranstaltung
Datum
Freitag, 10. Oktober 2025
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Zugang
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Referent:in
PD Dr. med. Fabienne Fierz,
Oberärztin meV, Fachverantwortung Neuroophthalmologie und Orthoptik, Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Medizinstudium an der Universität Zürich 2004-2010 Ausbildung FMH Ophthalmologie am Kantonsspital Luzern und Universitätsspital Zürich 2012-2016 Klinisches Fellowship in Kinderophthalmologie in Oxford, UK 2016 Oberärztliche Tätigkeit am Universitätsspital Zürich seit 2018 sowie am Kantonsspital Winterthur seit 2022
Unterscheidung zwischen physiologischem und pathologischem Schielen
Ein scheinbares Schielen bei Kindern (z.B. durch breiten Nasenrücken und Epikanthus) sollte immer mithilfe objektiver Tests wie dem Hirschbergtest und Brückner-Test abgeklärt werden; nur bei pathologischer Abweichung, insbesondere wenn der Hornhautreflex nicht symmetrisch steht, ist von echtem Strabismus auszugehen.
Notwendigkeit und Umfang der Abklärung bei neu diagnostiziertem Schielen
Bei neu diagnostiziertem Innenschielen ist eine gründliche ophthalmologische Untersuchung einschliesslich Funduskontrolle immer angezeigt; Motilitätsstörung, Begleitsymptome (z.B. Papillenschwellung, neurologische Auffälligkeiten) oder inkomitantes Schielen sind Red Flags für eine sofortige neurologische Abklärung.
Therapeutisches Vorgehen und Brillenverordnung
Bei akkommodativem Strabismus sollte immer ein voller zykloplegischer Refraktionsausgleich verordnet werden; die frühe Versorgung verbessert die Prognose für die Entwicklung des Binokularsehens, und eine Amblyopieprophylaxe sollte je nach Visus und Alternieren individuell erwogen werden.
In der Fortbildung «Kind mit neu aufgetretenem Schielen – was tun?» wird erläutert, dass der Beginn eines Schielens häufig nicht eindeutig festzulegen ist, da ein Schielen auch intermittierend oder erst spät auffallen kann. Der Schwerpunkt liegt auf dem Innenschielen bei Kindern. Es wird betont, dass eine sorgfältige Unterscheidung zwischen echtem Schielen und scheinbarem Schielen, etwa durch Epicantus oder breiten Nasenrücken, essenziell ist, wobei der Hirschbergtest sowie der Brückner-Test wichtige Hilfsmittel darstellen. Die Referentin stellt verschiedene Schielformen vor, darunter den frühkindlichen Strabismus-Konvergenz, den akkommodativen Strabismus sowie das normosensorische Spätschielen, jeweils mit den typischen Altersgruppen, Diagnostik und Therapiekonzepten. Differentialdiagnostisch werden wichtige Red Flags wie Motilitätsstörungen, Fernwinkel grösser als Nahwinkel oder Papillenschwellung besprochen, die eine weiterführende, insbesondere neurologische, Abklärung erfordern. Die Möglichkeit und Grenzen von Botox versus Schieloperation werden angesprochen und als individuell zu entscheidende Optionen dargestellt. Ein weiteres Thema ist das Management der Refraktionsbestimmung und Brillenverordnung bei Hyperopie und Myopie im Kindesalter. Abschliessend wird betont, dass neben einer sorgfältigen ophthalmologischen Untersuchung auch die Beurteilung von Begleitsymptomen, Anamnese und Verlaufskontrolle für das weitere Vorgehen entscheidend sind.
