Was alles hinter einer Papillenschwellung stecken kann
Vor Ort
Online

Informationen
Veranstaltung
Datum
Freitag, 18. Juli 2025
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Zugang
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Referent:in
PD Dr. med. Fabienne Fierz,
Oberärztin meV, Fachverantwortung Neuroophthalmologie und Orthoptik, Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Medizinstudium an der Universität Zürich 2004-2010 Ausbildung FMH Ophthalmologie am Kantonsspital Luzern und Universitätsspital Zürich 2012-2016 Klinisches Fellowship in Kinderophthalmologie in Oxford, UK 2016 Oberärztliche Tätigkeit am Universitätsspital Zürich seit 2018 sowie am Kantonsspital Winterthur seit 2022
Differenzierung echte vs. Pseudopapillenschwellung
Die Unterscheidung zwischen einer echten Papillenschwellung und einer Pseudopapillenschwellung (z. B. durch Drusen) ist schwierig, jedoch entscheidend für das weitere Vorgehen; OCT und Ultraschall sind wichtige Hilfsmittel, vor allem bei Kindern und versteckten Drusen.
Häufigste Ursachen und Altersabhängigkeit
Bei jüngeren Patienten ist die idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH) die häufigste Ursache einer Papillenschwellung, während bei Patienten über 50 Jahren die nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NON) dominiert – jeweils mit angepasster Diagnostik und Therapie.
Systematische Abklärung und Zusatzuntersuchungen entscheidend
Die etiologische Bandbreite reicht von vaskulären, immunologischen, toxischen, bis zu infiltrativen und infektiösen Ursachen – Bildgebung, Laboruntersuchungen, Anamnese (inkl. Medikamente und systemische Vorerkrankungen) sowie gezielte Serologien sind oft nötig, um die richtige Diagnose zu stellen.
Die Fortbildung zum Thema «Was alles hinter einer Papillenschwellung stecken kann» an der Augenklinik Kantonsspital Winterthur unter der Leitung von Dr. med. Fabienne Fierz bietet einen umfassenden Überblick über die Differenzialdiagnosen der Papillenschwellung. Zunächst wird die Unterscheidung zwischen echter und Pseudo-Papillenschwellung betont, wobei versteckte Drusen als häufigste Ursache für Pseudopapillenschwellungen präsentiert werden. Bei echter Papillenschwellung stehen die idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH), verschiedenartige Stauungspapillen, die nicht-arteriitische und arteritische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NON/AAION) sowie Optikusneuritiden im Vordergrund. Die Bedeutung der ausführlichen Anamnese, gezielter bildgebender Verfahren und Zusatzuntersuchungen wie OCT, Ultraschall und gegebenenfalls Lumbalpunktion wird klar hervorgehoben. Es werden auch seltenere Ursachen wie toxische, hypertensive und infiltrative Papillenschwellungen anhand von Fallbeispielen thematisiert. Ein besonderes Augenmerk gilt den Risikofaktoren für NON, etwa dem Schlafapnoesyndrom und neuen Medikamenten wie GLP-1-Analoga. Bei Verdacht auf Optikusneuritis sollte die Diagnostik gezielt anhand der Klinik erfolgen. Die Fortbildung unterstreicht, dass zur sicheren Diagnosestellung stets die Kombination aus klinischer Beurteilung, Zusatzuntersuchungen und dem zeitlichen Verlauf nötig ist.
